Mietenreport 2026: Mietenkrise wird zur Sozialstaatskrise

Berlin. Hohe Mieten, steigende Wohnkosten und fehlender bezahlbarer Wohnraum: Der Mietenreport 2026 des Deutschen Mieterbundes legt die alarmierenden Verhältnisse auf dem deutschen Wohnungsmarkt offen. GKS Consult war verantwortlich für Konzeption und Erstellung der Studie.

Wie ist die Lage von Mieter:innen heute in Deutschland? Welchen Risiken sehen sie sich ausgesetzt? Und was ist notwendig, um den aktuellen Problemen beizukommen? Um diese Fragen zu klären, wertete GKS Consult aktuelle amtliche Statistiken, wissenschaftliche Studien und eine exklusive, repräsentative Mieter:innenbefragung aus.

Am 1. September 2026 wurden die Ergebnisse der Studie bei einer Pressekonferenz in der Bundespressekonferenz veröffentlicht. Der Befund: Die Mietenkrise wird zur Sozialstaatskrise.

Risiken und Herausforderungen

Die Situation auf dem Wohnungsmarkt ist angespannt. Nach der repräsentativen Mieter:innenbefragung für den Mietenreport berichten 58 Prozent der Mieter:innen in Deutschland, dass ihre Wohnkosten allein in den vergangenen zwölf Monaten gestiegen sind. Mehr als die Hälfte derjenigen, deren Miete gestiegen ist, konnte deshalb weniger Geld für Rücklagen oder die Altersvorsorge zurücklegen und knapp jede:r Zweite hat bei Freizeit und Urlaub gespart. Ebenso viele bei Kleidung, Möbeln oder Haushaltsgeräten. Jede:r Vierte spart wegen der gestiegenen Wohnkosten sogar an gesunden Lebensmitteln, 15 Prozent an der eigenen Gesundheit.

Auch die Zukunftsaussichten machen den Menschen große Sorgen. 29 Prozent der Mieter:innen befürchten, ihre Miete künftig nicht mehr bezahlen zu können. Jede:r Zweite macht sich Sorgen, im Bedarfsfall keine bezahlbare Ersatzwohnung zu finden. Und mehr als jede:r vierte Mieter:in könnte die eigene Wohnung nach einem schweren Einkommensverlust, etwa durch Arbeitslosigkeit, Krankheit oder Trennung, höchstens noch drei Monate halten. Zehn Prozent könnten ihre Miete sogar nur weniger als einen Monat weiter bezahlen.

Besonders von der Krise betroffen ist der soziale Wohnungssektor. Deutschland fehlen rund 1,4 Millionen Wohnungen. Gleichzeitig ist der Bestand an Sozialwohnungen 2025 auf einen historischen Tiefstand von rund 1,03 Millionen Wohnungen gesunken. Im vergangenen Jahr allein standen rund 27.000 neu geschaffenen Sozialwohnungen mehr als 57.000 Wohnungen gegenüber, die aus der Sozialbindung gefallen sind. Deutschland verliert derzeit mehr als doppelt so viele Sozialbindungen, als neue geschaffen werden.

Einen positiven Befund konnte der Mietenreport dabei vermelden: So ist die extreme Wohnkostenüberlastung, also der Anteil derjenigen, die mehr als 40 Prozent ihres verfügbaren Einkommens fürs Wohnen aufbringen müssen, im vergangenen Jahr leicht zurück gegangen. Dies sei jedoch vor allem auf die Wirksamkeit des Wohngeldes zurückzuführen, das viele Haushalte vor extremer Überlastung schütze. Die geplanten Kürzungen beim Wohngeld lehnt der Mieterbund daher konsequent ab. Vielmehr müsse endlich der Wohnungsmarkt „repariert“ werden, so DMB-Präsidentin Melanie Weber-Moritz. Mieten müssten wirksam begrenzt, dauerhaft bezahlbarer Wohnraum geschaffen und Menschen vor finanzieller Überforderung und Wohnungsverlust geschützt werden.

Von der Studie zur Diskussion

GKS Consult erstellte im Auftrag des DMB bereits zum zweiten Mal den Mietenreport. Dieses Jahr wurde ein besonderer Fokus auf die Frage gelegt, welche Auswirkungen die Wohnungskrise auf den Sozialstaat hat. Die Studie stützt sich auf eine exklusive, repräsentative Sondererhebung, die durch das Meinungsforschungsinstitut forsa realisiert wurde, sowie auf amtliche Statistiken und aktuelle wissenschaftliche Studien zur Wohnwirklichkeit in Deutschland.

Der Mietenreport zeigt die aktuellen Probleme auf dem deutschen Wohnungsmarkt und bietet der Politik und einschlägigen Verbänden Impulse zu ihrer Bewältigung. Als Herausgeber zeichnet der Deutsche Mieterbund verantwortlich; die Umsetzung erfolgte durch GKS Consult, Text und Redaktion durch Gwendolyn Stilling.

Starkes Presseecho

Die Veröffentlichung des Mietenreports wurde von der Presse breit aufgegriffen. So berichteten die Tagesschau, ZDF Heute, Deutschlandfunk, Die Zeit, n-tv und viele regionale und überregionale Tageszeitungen und Portale. Hier ein ausführlicher Bericht von Phoenix:

Die Resonanz zeigt dabei, wie stark gerade die Verbindung aus Daten und klaren Botschaften funktioniert: In mehreren Beiträgen wurden nicht nur Ergebnisse der Befragung aufgegriffen, sondern auch O-Töne aus flankierenden Pressearbeit.

Der Mietenreport kann hier als PDF heruntergeladen werden.

Weitere Informationen, die Pressemitteilung und Ergebnisse gibt es beim DMB.

Impressionen von der Pressekonferenz


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